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Stadtväter machen Weg für Anbau am Kindergarten „Abenteuerland“ frei

. Für den Fall, dass in den nächsten Jahren in der Hopfenstadt mehr Kindergartenplätze als aktuell benötigt werden - beispielsweise durch den Zuzug weiterer Flüchtlinge - hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Bedarf für das „Abenteuerland“ am Gabis auf 168 Plätze angehoben und damit den Weg für einen möglichen Anbau weiterer Gruppenräumen freigemacht. Ein wichtiger Grund für diese Entscheidung ist die vollständige Abschöpfung staatlicher Fördergelder.


Die Entscheidung der Stadtväter hat neben den wirtschaftlichen Aspekten der kostengünstigsten Erweiterung des Kindergartenangebots auch organisatorische Vorteile: Die Personalsteuerung kann gezielter erfolgen, ein Ausfall einer Betreuungskraft besser aufgefangen sowie die Ferienbetreuung für andere Einrichtungen im „Abenteuerland“ übernommen werden. Mittelfristig betrachtet, ergibt sich durch einen Anbau auch die Möglichkeit, den Kindergarten „Schneckenheim“ oder die Kinderkrippe „Spatzennest“ in einem Haus zu integrieren. Laut Stadtverwaltung erhöht ein größeres Betreuungsangebot auch die Flexibilität, falls dort ein Handlungsbedarf gegeben sei.


Bürgermeister Josef Reiser (SLU) erinnerte eingangs daran, dass der viergruppige Kindergarten derzeit fünfgruppig sei. Um diesen notdürftigen Zustand über kurz oder lang zu ändern, aber auch für sonstige Eventualitäten sollte die Bedarfsanerkennung jetzt hochgeschraubt werden. Die Planung für einen - wann auch immer - erforderlichen Anbau sei bereits vorhanden.


Werner Maier (Freie Wähler) schickte voraus, dass die Auflösung des „Schneckenheim“ reine Spekulation sei und die aktuellen Belegungszahlen gegen eine Bedarfsanerkennung sprächen. Noch dazu würden mit Abschluss der Bauarbeiten im Kinderhort Betreuungsplätze wieder zur Verfügung stehen. Auch die Bevölkerungsprognose sehe keinen Anstieg der benötigten Plätze. Eine Ausweitung der Kindergartenplätze habe auch Bedeutung für die Schulen. Der Anbau von zwei weiteren Gruppen bedeute eine stärkere Nutzung der Grünanlagen und Zunahme des Verkehrs. All diese Punkte erforderten eine erneute grundsätzliche Diskussion - noch dazu bei Kosten von rund 700 000 Euro.
Seine Fraktion, so Maier, werde sich für eine Bedarfsanerkennung aussprechen, sehe aber die Verwaltung in der Pflicht, das Thema - sobald belastbare Zahlen vorliegen - aufzubereiten. Man habe bis Ende März 2017 Zeit zu überlegen, ob die Maßnahme auch realisiert werde.


Reiser wies auf die finanzielle Situation hin: Von den rund 638 000 Euro an veranschlagten Kosten würden 320 000 Euro bezuschusst. Mit dem Anbau könne die jetzige Notgruppe sofort aufgelöst werden. Aus Verwaltungssicht sei der Bedarf mittelfristig notwendig, die Wiedervorlage im Frühjahr 2017 nach der Bedarfsabfrage sei möglich. Maier betonte, es gehe ihm darum, dass bis zum Baubeginn hinterfragt werden müsse, ob ein Bedarf tatsächlich gegeben ist. Reiser sicherte dies zu, erinnerte aber an den Kinderkrippenbereich, wo sehr kurzfristig Lösungen herbeigeführt werden können.


Thomas Kastner (CSU) teilte die Meinung der FW-Fraktion im Wesentlichen: „Ein Bedarf ist aus heutiger Sicht schwer zu erkennen. Es ist schwierig, deshalb eine Aussage zu treffen, auch wenn eine günstige Förderung im Raum steht.“ Er sieht die Gefahr, dass Überkapazitäten geschaffen werden. Die Förderung und die Einnahmen stellten auf die konkrete Belegung ab, Überkapazitäten erhöhten daher nur das Defizit. Er verwies auf die Haushaltsdiskussionen, wo sich jede Fraktion für eine Kürzung der Ausgaben im Verwaltungshaushalt ausgesprochen habe. Auch er werde sich für die Bedarfsanerkennung aussprechen, damit die Förderung nicht verhindert werde.


Annette Setzensack (ÖDP) begrüßte als zuständige Referentin den Anbau vom Grunde her, äußerte aber die Befürchtung, dass ein Anbau am Kindergarten „Abenteuerland“ zu Lasten der Betreuungssituation allgemein gehe - besonders für den ständig wachsenden Ortsteil Sandelzhausen, wo schon jetzt mehr Bedarf bestehe. Sie begrüße dezentrale Einrichtungen und sprach sich für eine Stärkung des Standortes in der Vorstadt aus.


Das eigentliche Problem ist nach Ansicht Setzensacks die Situation im Hortbereich, da dort ein Bedarf bestehe. Die Nachmittagsbetreuung habe keine freien Plätze, es würden Wartelisten geführt. Sie wünschte sich eine kombinierte Einrichtung von Nachmittagsbetreuung und Kindergarten, die auch im „Abenteuerland“ realisiert werden könne.


Reiser betonte, das System der Nachmittagsbetreuung funktioniere, ohnehin werde sich mit der Ganztagesbetreuung die Situation ändern. Die gemischten Gruppen seien seinerzeit vom pädagogischen Fachpersonal kritisch gesehen worden. Auch seien die Wünsche nach einer perfekten Nachmittagsbetreuung kaum finanzierbar. In Bezug auf Sandelzhausen verwies er darauf, dass die Grundstücksfrage nicht geklärt sei. Ferner werde man wegen drei oder vier Kindern keinen Neubau in Angriff nehmen.


Eduard Brücklmaier (SLU) sprach sich für eine Anerkennung aus, befürchtete aber ebenfalls Nachteile für Sandelzhausen. Gleichzeitig wollte er den Standort des Kindergartens „Schneckenheim“ nicht infrage gestellt wissen. Reiser betonte, er stelle die gute Arbeit dort nicht infrage, sondern hinterfrage nur, ob der Standort im Alten- und Pflegeheim langfristig bleibe.


Hans Niedermeier (SPD) meinte, die Bedarfsanerkennung verbaue nichts. Auf Nachfrage bejahte Geschäftsleiter Karl Raster, dass bei den mitgeteilten Belegungszahlen die Doppelanmeldungen bereits herausgerechnet wurden. Niedermeier fragte, ob mit der Caritas-Leitung Gespräche zum „Schneckenheim“ geführt werden bzw. ob die Leitungen generell zu solchen Fragen gehört werden. Reiser erwiderte, die Caritas-Leitung sei mit dem Kindergarten zufrieden, Änderungen seien nicht geplant.


Martin Huber (CSU) warf ein, dass Sandelzhausen auch zu Mainburg gehöre. Er sprach sich für die Bedarfsanerkennung aus, der genaue Bedarf müsse dann abgewartet werden. Er betonte, dass so günstig wie am vorhandenen Standort zwei Gruppen nirgendwo sonst realisiert werden können. Allerdings müsse auch die Verkehrssituation am Gabis besonders angesehen werden.
Dr. Michael Schöll (FDP) sieht aus heutiger Sicht aufgrund der Zahlen keinen Bedarf für einen Anbau.

 

Quelle:Hallertauer Zeitung/Hr. Kistler

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