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Über mögliche Umgehungstrasse von Mainburg wird leidlich gestritten

Aussprache im Stadtrat bringt wenig Neues - Naturschützer gegen Anwohner

Quelle: Hallertauer Zeitung, Hans Kistler

Als Zubringer zum Flughafen hat die B 301 seit Jahren eine große Bedeutung - nicht nur für die Menschen im südlichen Landkreis Kelheim. Im Stadtrat wurde jetzt leidlich darüber gestritten, was die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Umgehung von Mainburg bringen soll - außer eine weitere Zerstörung der Landschaft. Die Aussprache ergab erwartungsgemäß ein gegensätzliches Bild. Während die Naturschützer gegen eine Neutrassierung sind, halten andere die vorgesehene westliche Variante für nicht geeignet.

Der Deutsche Bundestag hat die Ausbaugesetze für Deutschland auf Basis des Bundesverkehrswegeplans beschlossen und damit die Einstufung der Projekte im neuen Bundesverkehrswegeplan bis zum Jahr 2030 zur rechtlich verbindlichen Umsetzungsvorgabe für die Auftragsverwaltungen gemacht. „Alle wichtigen Verkehrsprojekte für ganz Niederbayern sind nun endgültig im vordringlichen Bedarf und damit in der höchsten Priorisierungsstufe“, teilte Bundestagsabgeordneter Florian Oßner jetzt mit, der für den gesamten Regierungsbezirk als CSU-Politiker im Verkehrsausschuss in den vorangegangenen – teilweise sehr strittigen – Beratungen gekämpft hat. „Jetzt können wir vor Ort in die konkrete Planung gehen.“

Wenngleich diese Entscheidung erst nach der letzten Stadtratssitzung in diesem Jahr gefallen ist, hatten die Mandatsträger bezüglich der Umgehungsstraße von Mainburg im großen Sitzungssaal, genügend Munition. Bei der Aussprache, die acht Stadträte bereits im Juli fraktionsübergreifend gefordert hatten, ging es vor vollen Zuhörerrängen ordentlich zur Sache.

Die Begründung der Antragsteller, Bürgermeister Josef Reiser (SLU) habe das Thema zu lange ignoriert, ließ dieser nicht gelten. Er argumentierte nun, dass ohne konkrete Planung seitens der übergeordneten Stellen eine Debatte im Rat eigentlich nutzlos sei. Trotzdem sei dem Antrag stattgegeben worden. „Ich werde mit ihnen den Verkehrswegeplan nicht diskutieren“, entgegnete das Stadtoberhaupt einem erzürnten SPD-Stadtrat Hans Niedermeier. Dieser hatte zuvor betont, dass man eine westliche Umgehung gar nicht zu diskutieren bräuchte, weil sie seiner Ansicht sowieso nicht realisierbar ist.

Auch Werner Maier (FW) sagte, er sehe wenig Sinn darin, über konkrete Varianten zu diskutieren, wenn es noch keine Pläne gebe. Allerdings hielt auch er Bürgermeister Reiser an, sich endlich zu bemühen, mehr Informationen zu dem Thema zu bekommen, anstatt ständig zu mauern. Edgar Fellner (SPD) war das nicht genug: „Wir müssen uns mit den für die Planung zuständigen Leuten oben in Verbindung setzen, um kundzutun, was wir wollen; aber auch, um zu erfahren, was wie geht.“

In der Debatte gab es zwei grundsätzliche Ansichten: eine Reihe von Stadträten will Eine Umgehung nicht, weil diese Ackerflächen und Natur zerstöre, wie Marianne Huber (SLU) sagte. Der Nutzen sei außerdem zu bezweifeln, weil Fahrer mit Ortskenntnis ja doch durch Mainburg fahren würden. „Eine Trassierung von Gumpertshofen bis Aufhausen macht keinen Sinn“, warnte Hubers Fraktionskollege Michael Lechner. Auch Niedermeier möchte die schon vom Nachbarort Appersdorf aus geplant sehen.

Ich will keine neue Trasse – weder im Osten noch im Westen“, sprach Naturschutzreferent Konrad Pöppel (ÖDP) auch seiner Fraktionskollegin Annette Setzensack aus der Seele. Mit der A?93 gebe es praktisch eine parallel verlaufende Umfahrung. Und ein Tunnel unter Mainburg - wie ihn zuvor Eduard Brücklmaier (SLU) vorgeschlagen hatte - sei durchaus zu überlegen. So könnte die Belastung für Anwohner minimiert werden. Das dieser zu teuer sei, ließ er nicht gelten. „In München geht es ja auch!“

Hannelore Langwieser (CSU) sprach sich eindeutig für eine Umfahrung aus. Sie sieht dies als Chance für Mainburg, denn die Belastungen für die Anwohner entlang der Straße seien mittlerweile immens. Kollegen hielt sie vor, zu sehr die Natur im Blick zu haben und die Menschen zu vergessen. Die Vizebürgermeisterin verwies auf den Nachbarmarkt Au. Dort seien alle froh, dass es mittlerweile eine Umgehungsstraße gibt. Ähnlich sei das vor etlichen Jahren in Abensberg gewesen. „Ich würde mir wünschen, dass wir das Ganze nicht populistisch, sondern sachlich angehen. Ich möchte Leute hören, die naturverträglich planen und immer im Auge haben: Was ist für die Stadt gut, für die Leute und für die Natur.“

Martin Huber (CSU) hält es für gut, dass eine mögliche Umfahrung jetzt variantenoffen ist. „Wer weiß, was in zehn oder 20 Jahre ist.“ Seiner Meinung nach sollte man sich durchaus auch mit einer alternativen Trasse (Ostumgehung, Anm. d. Red.) befassen. Dr. Michael Schöll (FDP) und Edgar Fellner rieten zur Geduld. Es sei besser, konkrete Planungen abzuwarten. Die könne man dann immer noch ablehnen, lautete ihre pragmatische Sicht auf die Dinge.

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