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Verfassungspreis für Mittelschüler

Verfassungspreis für Mittelschüler
Im Rahmen der Ehrung wurde an die Preisträger auch der „Konstitutionstaler“ der Bayerischen Volksstiftung überreicht, als „Zuckerl“ obendrauf winkt eine einwöchige Fahrt nach Brüssel. Foto: Huber

„Holledauer Spürnosn“ brechen mit „Migraboarisch“ Lanze für Mundart

 

Quelle: Hallertauer Zeitung, Simone Huber

In Anerkennung besonderer Verdienste um den Kulturstaatsgedanken und die Demokratie in Bayern zeichneten kürzlich die Bayerische Volksstiftung und die Bayerische Staatsregierung die elf „Holledauer Spürnosn“ von der Hallertauer Mittelschule mit dem diesjährigen Verfassungspreis „Jugend für Bayern“ für ihr Wörterbuch „Migraboarisch“ aus. Anlässlich der Verfassungsfeier wurde dieser bedeutsame und ehrenvolle Preis an die Klasse 9a und ihre Klassenleiterin Annemarie Schreiegg, dem Schulleiter Hanns Seidl und der Projektleiterin Monika Kaltner verliehen.

Die Bayerische Verfassung feierte im Bürgerhaus in Unterföhring ihr 70-jähriges Bestehen. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur gaben diesem besonderen Ereignis einen würdigen Rahmen. Mitten unter ihnen war auch eine Schülergruppe aus Mainburg. Mit der Verfassungsfeier findet jedes Jahr auch die Vergabe des Verfassungspreises „Jugend für Bayern“ statt, gestiftet von der Bayerischen Volksstiftung und der Bayerischen Staatsregierung.

Dass der Hallertauer Mittelschule einmal so eine hochkarätige Auszeichnung zuteil werden würde, das hätten sich Schulleiter Hanns Seidl und Monika Kaltner, die vor zwei Jahren ein Projekt zum Thema „MundART WERTvoll“ mit den Schülern der Klasse 7 und 8 ins Leben gerufen hatte, nicht erträumt. „Seit Bestehen der Schule hat es so etwas noch nicht gegeben und wird es vermutlich auch nicht ein zweites Mal geben“, so der Rektor stolz.

Mit ihrem Wörterbuch „Migraboarisch“ - dem etwas anderen Wörterbuch für alle heimischen und zuagroastn Buama und Madln in Bayern“ - ist den Jugendlichen gleich Zweierlei gelungen: Sie haben erkannt, dass Mundart eine Bereicherung für das kulturelle Miteinander ist, dass eine gemeinsame Sprache stark macht und Identität stiftet. Gleichzeitig wurde Wertschätzung gegenüber anderen Kulturen und deren Sprache zum Ausdruck gebracht. Nicht zuletzt besuchen die Schule 24 Nationen. Da ist es nur logisch, dass man auf die Idee eines solchen „interkulturellen“ Wörterbuchs gekommen ist.

Die Tatsache, dass viele Schüler Mundart als Ausdruck der Verbundenheit zur ihrer Heimat sprechen, hat Monika Kaltner inspiriert. Zehn heimische und „zuagroaste“ Schülerinnen und Schüler haben dem Dialekt nachgespürt und dabei mit Schulen, Jugendgruppen, Vereinen, den kommunalen Verwaltungen und den Kirchen zusammengearbeitet. Sie haben Interviews über den Wandel des sprachlichen Umgangs im Laufe der Zeit geführt und die Bedeutung der Mundart thematisiert. Die dabei gesammelten bayerischen Mundartwörter, übersetzt in Schriftdeutsch, Englisch, Kosovo-Albanisch und ins Türkische, wurden als Wörterbuch „Migraboarisch“ zusammengefasst.

Zwei Jahre brauchten die „Spürnasen“ bis zur Vollendung des Projekts. Große Unterstützung erhielten sie dabei auch von Rektor Hanns Seidl und Klassenleiterin Annemarie Schreiegg. Die Schüler wurden am Ende zu richtigen „Dialektforschern“. Sie bekamen ein Gespür für die Sprache und Gemeinsamkeiten zwischen dem Bayerischen und anderen Sprachen zu finden, erzählt Kaltner sichtlich stolz, eine so hohe Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen, die künftig in der Mittelschule ihren Platz finden wird. Nicht zuletzt sieht sie die Arbeit mit dem Dialekt als einmalige Chance der Integration: Nur wer seine (neue) Heimat lieben gelernt hat, kann Verständnis für Andersartigkeit aufbringen

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