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Stadtrat verabschiedet sich von allen Plänen für einen Ausbau des Kreisverkehrs am Bad

Stadtrat verabschiedet sich von allen Plänen für einen Ausbau des Kreisverkehrs am Bad
Wie man es auch dreht und wendet: Ein Ausbau des Kreisverkehrs am Bad, egal ob mit Doppelkreisel oder abknickender Vorfahrt aus der Abensberger Straße, bringt kaum eine spürbare Verbesserung für den Verkehrsfluss insgesamt. Foto: Kistler

Doppelkreisel oder auch abknickende Vorfahrt versprechen kaum Verbesserungen

 

Quelle: Hallertauer Zeitung, Harry Bruckmeier

Der Stadtrat hat sich von allen Plänen für einen Ausbau des Kreisverkehrs am Bad verabschiedet. Einstimmig folgte das Gremium einer Empfehlung des Bauausschusses, in dieser Sache nichts weiter zu unternehmen. Mit einer Neuregelung des Verkehrs sollten spürbare Verbesserungen insbesondere für die Linksabbieger aus der Abensberger Straße in die Nordtangente erreicht werden. Aber trotz zum Teil enormer Kosten für einen Ausbau würden kaum spürbare Effekte erreicht.

Der Antrag des FDP-Stadtrats Dr. Michael Schöll aus dem August 2015 war schon ein wenig angestaubt, als er nach einer Vorberatung im Bauausschuss am Dienstag endlich auf der Tagesordnung des Plenums landete. Mit der Ingenieurgesellschaft für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik mbH (Gevas) hatten sich die Kommunalpolitiker sachverständigen Rat eingeholt. Die Verkehrsexperten hatten vor einigen Jahren, noch unter Bürgermeister Sepp Egger (Freie Wähler), bereits Auswirkungen eines dann nicht realisierten Kreisverkehrs auf der Bahnhofskreuzung auf die Verkehrsflüsse aus den Seitenstraßen der Regensburger Straße untersucht.

Diesmal ging es um das nördliche Ende der Abensberger Straße und in diesem Zusammenhang um den Kreisel am Bad. Aufgabe der Gutachter war die Untersuchung des Doppelknotenpunkts „Regensburger Straße/Ebrantshauser Straße/Köglmühle/Abensberger Straße“. Zu prüfen hatten sie, mit welchen Maßnahmen hier eine Verbesserung des Verkehrsflusses insbesondere für die Linksabbieger aus der Abensberger Straße zu erreichen wäre.

In ihrer Bestandsanalyse ermittelten die Experten auf der Grundlage einer Verkehrszählung von Mitte April vergangenen Jahres Wartezeiten von mehr als 45 Sekunden zu Spitzenzeiten mittags und in den späten Nachmittagsstunden. Nahezu ohne Behinderung fließt dagegen der rechts abbiegende Verkehr ab, für den vor einigen Jahren eine eigene Abbiegespur geschaffen wurde. Im Kreisverkehr selbst liegen die Wartezeiten zur Rushhour bei hinnehmbaren 30 bis 45 Sekunden.

Um wirklich spürbare Verbesserungen zu erreichen, untersuchten die Gutachter vier Varianten: einen zweiten Kreisel östlich des bestehenden an der Einmündung der Abensberger Straße in die Köglmühle, der gleichzeitig auch die Einfahrt zum Aldi-Parkplatz einbindet; einen Doppelkreisel mit einem sogenannten Bypass vom Bad-Rondell direkt in die Abensberger Straße; eine ausgeklinkte Rechtsabbiegespur, die das Linksabbiegen von der Nordtangente in die Abensberger Straße unmöglich macht (was einen Umweg über die Bad-Schleife notwendig machen würde); eine abknickende Vorfahrt in der Abensberger Straße samt einer zusätzlich optimierten Alternative mit einer Aufweitung der Verkehrsflächen und der Verlegung der Fußgängerquerung am Kreisverkehr.

Eine fünfte, nicht weiter verfolgte Variante wäre dann noch ein kompletter Umbau des bestehenden Kreisverkehrs mit fünf Zufahrten, also dann auch von der Abensberger Straße her. Weil die Gutachter hier allerdings sowohl in den Morgen-, als auch in den Abendspitzen kaum eine Veränderung des Verkehrsflusses erwarten, spielten Überlegungen für einen Vollausbau des bestehenden Kreisverkehrs keine Rolle.

In ihrer Gegenüberstellung geben sich die einzelnen untersuchten Varianten so gut wie nichts. Die optimierte Variante einer abknickenden Vorfahrt verspricht laut Gevas-Experte Christoph Hessel, der das Gutachten im Stadtrat vorstellte, einen fast schon optimalen Effekt für die Linksabbieger aus der Abensberger Straße. Der Haken: Der Verkehrsfluss auf der Regensburger Straße bei der Einfahrt in den Kreisverkehr käme spürbar ins Stocken. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass das für die Bundesstraße zuständige Straßenbauamt hier sein Veto einlegen wird.

Genau darauf wies Bürgermeister Josef Reiser (SLU) hin, als er auf den Zuständigkeitswirrwarr an den beiden Kreuzungspunkten zu sprechen kam. Baulastträger der B?301 ist das staatliche Bauamt Landshut, für die Kreisstraße 31 der Landkreis Kelheim und die Abensberger Straße die Stadt. Allein deswegen erwartete sich der Rathauschef schwierige Verhandlungen.

Natürlich ging es auch ums Geld. Gut eine halbe Million bzw. etwas mehr als 600?000 Euro veranschlagte Gevas-Experte Hessel für die ersten beiden Varianten mit den Doppelkreiseln. Mit je nach Ausbaustufe 20?000 bis 100?000 Euro kämen die abknickenden Vorfahrten zwar erheblich günstiger, versprechen allerdings nicht den Effekt, den sich die Ratsmitglieder erwartet hatten. Damit war die Sache endgültig vom Tisch.


Doppelkreisel oder auch abknickende Vorfahrt versprechen kaum Verbesserungen



Ein zweiter Kreisel (rechts) könnte auch noch mit einem sogenannten Bypass vor dem bestehenden Kreisverkehr am Bad aus der Regensburger direkt in die Abensberger Straße optimiert werden. Planskizze: Gevas

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