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Erste Planung für den neuen Jugendtreff

Erste Planung für den neuen Jugendtreff
Im nördlichen Teil des ehemaligen RMM-Grundstücks an der Walther-Schwarz-Straße (auf dem Bild links) soll der neue Jugendtreff gebaut werden. Foto: Kistler

Stadtrat mit Entwurf einverstanden - Baukosten von mehr als einer halben Million

 

Quelle: Hallertauer Zeitung, Harry Bruckmeier

Der Stadtrat ist mit der ersten Planung für den neuen Jugendtreff auf dem Gelände der ehemaligen Firma RMM an der Walther-Schwarz-Straße einverstanden. Das Gremium stimmte dem Entwurf in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Gegenstimmen zu. Nun wird der entsprechende Förderantrag an den Bayerischen Jugendring formuliert, der spätestens im Sommer auf den Weg gebracht werden soll. Die Baukosten liegen bei geschätzten 526 000 Euro plus 90 000 Euro für die in den Bau integrierte öffentliche Toilettenanlage.

Seit Jahrzehnten ist der Jugendtreff im Alten Gymnasium untergebracht. Zwar hat die Stadt in der Vergangenheit immer wieder in die Räumlichkeiten investiert, doch es bleibt mehr oder weniger ein „Kellerloch“.

Und auch mit den immer schärferen Brandschutzvorschriften wird es wegen der Lage im Souterrain allmählich kritisch. Der Stadtrat machte sich daraufhin auf die Suche nach Alternativen, doch die Standortwahl gestaltete sich schwierig. Eine Lösung in der von der Kommune erworbenen Brandhalle neben der Schöllwiese ließ sich zuletzt allein schon aus Kostengründen nicht realisieren. Auch Überlegungen für einen Standort am Bad verliefen letztendlich im Sand.

Schließlich fiel die Wahl auf das Gelände der ehemaligen Firma RMM an der Walther-Schwarz-Straße, wo auch Platz für die Skater ist. Nach dem Lokschuppen auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände (heute Lidl), Brandhalle und Bad zeigte sich Matthias Bendl (Junge Liste) glücklich, jetzt endlich einen geeigneten Standort für den künftigen Treffpunkt der Jugend in der Stadt gefunden zu haben. Nach Auffassung des dritten Bürgermeisters eignet sich der Platz für eine langfristige Lösung. Dieser Ansicht konnte sich Bürgermeister Josef Reiser (SLU) nur anschließen: „Wir bringen mit diesem Beschluss einiges auf den Weg.“

Der Stadtrat setzte bereits 2015 einen Betrag von 320 000 Euro für den Neubau des Jugendtreffs in den Haushalt ein, worin auch die Schaffung des besagten neuen Skaterplatzes enthalten war. Schon bald stellte sich allerdings heraus, dass dies zu kurz gesprungen war und mit erheblich höheren Kosten zu rechnen sein wird.

Um welche finanzielle Größenordnung es konkret gehen wird, deutete der eingeschaltete Architekt Walther Trathnigg in der jüngsten Sitzung des Stadtrats an. Er geht von Gesamtkosten von rund 526 000 Euro für das Gebäude an der nördlichen Seite des ehemaligen RMM-Geländes aus. Dazu addierte er weitere 90 000 Euro für das öffentliche WC, das für den nahen Busbahnhof dringend benötigt wird.

Angesichts solcher Summen musste das ein oder andere Ratmitglied erst einmal schlucken. „Für so a Schuaschachtel so vui Geld ausgeben“, das konnte Hans Niedermeier (SPD) nicht nachvollziehen. Außerdem hält er den Standort für falsch gewählt und würde das „Apotheker-Bepe-Haus“ in der Bahnhofstraße für den Jugendtreff favorisieren. Dort allerdings ist inzwischen bekanntlich die „MAI Oase“ eingezogen. Konrad Pöppel (ÖDP) hatte gegen den Standort nichts einzuwenden, regte aber eine liebevolle Gestaltung der Außenanlagen, vielleicht mit Gemüsebeeten und Obstbäumen, an. Außerdem sollte man aus ökologischen Gründen auf dem nach Süden abfallenden Pultdach eine Photovoltaikanlage vorsehen.

Martin Huber (CSU), Bauingenieur und damit selbst vom Fach, erschlossen sich die für die grobe Kostenschätzung angesetzten 4 000 Euro pro Quadratmeter Grundfläche angesichts der aus seiner Sicht relativ einfachen Planung für diesen eingeschoßigen Zweckbau nicht. Der Ansatz ist nach den Worten Trathniggs nicht willkürlich gewählt, sondern hängt mit den Vorgaben des Zuschussgebers zusammen. Bekanntlich wird der Bayerische Jugendring 30 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Zwar sind die Standards offenbar nicht besonders hoch, müssen aber dennoch eingehalten werden, um an die Fördermittel zu kommen.

„Der Jugendtreff steht nun schon seit einigen Jahren auf der Tagesordnung, leider ist viel Zeit ins Land gegangen“, bedauerte Helmut Fichtner (Freie Wähler). So zeigte er sich froh, dass die Planungen nun allmählich konkrete Formen annehmen und Lösungen auf dem Tisch liegen. Mit den zu erwartenden Kosten haderte er nicht. „Wir wollen kein Provisorium, sondern einen funktionsfähigen Jugendtreff“, betonte der Referent für „Sport und Freizeit“.

Nach dem, was Architekt Trathnigg den Stadtoberen vorstellte, wird an der Walther-Schwarz-Straße kein Protzbau entstehen. In dem eingeschoßigen Gebäude mit einem nach Süden fallenden Pultdach finden ein Aufenthaltsraum, zwei Gruppenräume, eine Teeküche und das Büro für den Streetworker Platz. Nach dem grundsätzlichen Okay des Stadtrats steigt Trathnigg jetzt in die Detailplanung ein. Der erste Termin für das Förderjahr 2017 des Bayerischen Jugendrings zum 1. Februar ist bereits verstrichen. Nächste Deadline zur Einreichung der Antragsunterlagen ist der 1. September. Das müsste zu schaffen sein.

In das neue Gebäude des Jugendtreffs wird wegen der Lage nur einen Steinwurf vom Busbahnhof entfernt auch eine öffentliche Toilette integriert. Michael Lechner (SLU) wies den Planer darauf hin, auf die Höhen von Straße und tiefer liegendem Grundstück zu achten, was nach seinem Eindruck Probleme bereiten könnte. Trathnigg sicherte zu, dies zu berücksichtigen, verwies allerdings auf das Pultdach, das auf der nördlichen Seite, wo sich der Eingang zu den WCs befinden wird, „Luft nach oben“ bietet.

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