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Keine Grabsteine, die durch Kinderarbeit angefertigt werden

Keine Grabsteine, die durch Kinderarbeit angefertigt werden
Steinmetze, die in den Friedhöfen im Mainburger Stadtgebiet arbeiten, sollen künftig sicherstellen, dass sie keine Grabsteine verwenden, die durch Kinderarbeit angefertigt wurden. Foto: Kistler

Knappe Entscheidung im Stadtrat zur Änderung der Friefhofssatzung

 

Quelle: Hallertauer Zeitung, Hans Kistler

 

„Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein dürfen nur aufgestellt werden, wenn sie ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit ..... und hierfür ein Nachweis ..... in der jeweils geltenden Fassung vorgelegt wird .....“ Diesen Passus in seiner Gesamtheit nimmt die Stadt jetzt in ihre Friedhofssatzung auf. Allerdings fiel die Entscheidung des Stadtrats in der jüngsten Sitzung mit 13:11 Stimmen äußerst knapp aus.

Die ÖDP-Fraktion hatte im Oktober den Antrag gestellt, auf den städtischen Friedhöfen künftig nur noch solche Grabsteine zuzulassen, die nachweislich ohne Kinderarbeit entstanden sind. Wie Geschäftsleiter Karl Raster den Räten jetzt erklärte, sei das Ganze in einem wackeligen rechtlichen Rahmen. Der Bayerische Städtetag unterstütze ein derartiges Verbot und habe nunmehr ein Muster vorgelegt.

Anhand dieses Musters habe man bei den im Regelfall auf dem Friedhof arbeitenden Steinmetzen angefragt, ob eine Satzungsänderung auch praktikabel sei. Diese begrüßen ein Verbot kinderausbeuterischer Arbeit, sagte der Geschäftsleiter. „Gleichwohl weisen aber viele darauf hin, dass die Überwachung schwierig ist. Sie sprechen sich mehrheitlich gegen bürokratische Mehrarbeit aus und bitten, auch wenn es bislang an einer staatlichen Anerkennung fehlt, Siegel wie XertifiX oder Fair Stone als Nachweis anzuerkennen.“ In der Stadt wurden laut Raster in der letzten Zeit acht bis 15 neue Grabsteine im Jahr aufgestellt.

Auch die elf Mandatsträger, die gegen den Beschlussvorschlag gestimmt haben, sind natürlich nicht für Kinderarbeit. Nach Ansicht von Werner Beck (CSU) sind solche Anträge zu einem weltweiten Problem „ein Schmarrn“. Hans Niedermeier (SPD) betone, der Stadtrat müsse sich auf das konzentrieren, was er auch beeinflussen kann. Edgar Fellner (SPD) wandte sich gar direkt an seine Ratstisch-Nachbarn von der ÖDP: „Bitte keine solchen Anträge mehr, wir können es doch nicht überwachen.“

Von der angesprochenen Annette Setzensack musste er sich aber anhören, dass der Stadtrat sehr wohl eine Mitverantwortung in dieser Sache habe. „Wir können doch nicht so tun, als würde uns das nichts angehen.“ Gottlob erkenne dies mittlerweile auch der Gesetzgeber, leider noch nicht der Freistaat Bayern. „Wir vor Ort müssen ein Zeichen setzen, das sieht jetzt auch unser Bürgermeister so“, freute sie sich. Von ihrem Fraktionskollegen Konrad Pöppel bekam sie noch Unterstützung. „Sowas muss von unten kommen, wenn die Politik versagt.“

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